Steffi Igel - Anfrage an Landrat

25.01.2026
Stadt-Umland-Bahn: Trassenführung durch das Gelände eines Unternehmens in Herzogenaurach

Anfrage an den Landrat 

Sehr geehrter Herr Landrat,

in der Süddeutschen Zeitung sowie in weiteren Medien wurde über ein Gespräch zwischen dem Vorstandsvorsitzenden von adidas, dem Bayerischen Ministerpräsidenten sowie kommunalen Vertretern berichtet. Demnach soll im Zusammenhang mit der Trassenführung der Stadt-Umland-Bahn in Herzogenaurach von Seiten des Unternehmens mit möglichen Stellenverlagerungen gedroht worden sein. Mehrere voneinander unabhängige Teilnehmer dieses Gesprächs sprechen laut Berichterstattung von einer maximalen Eskalation.

Sollten diese Berichte zutreffen, hätte dies erhebliche Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Erlangen-Höchstadt sowie auf die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region. Der mögliche Verlust von Arbeitsplätzen, Investitionen oder unternehmerischem Vertrauen wäre nicht nur lokal, sondern weit über den Landkreis hinaus ein schwerer Schaden.

Vor diesem Hintergrund bitten wir um eine zeitnahe Information, ob diese Berichte bekannt sind und wie sie von Seiten des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt bewertet werden. Von besonderem Interesse ist dabei, ob Gespräche seitens des Landkreises mit adidas geführt wurden und wie die möglichen wirtschaftlichen Folgen für den Standort eingeschätzt werden.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen stellt sich zudem grundsätzlich die Frage, ob die Stadt-Umland-Bahn unter den gegebenen Rahmenbedingungen weiterhin eine tragfähige und zukunftsfähige Lösung darstellt. Nach erheblichen Kostensteigerungen und nun möglichen wirtschaftlichen Verwerfungen sollte offen geprüft werden, ob alternative moderne Mobilitätskonzepte des 21. Jahrhunderts nicht die sinnvollere Perspektive darstellen.

Moderne Mobilität bedeutet heute digitale Verkehrssteuerung, autonome Fahrzeugsysteme, flexible On Demand Angebote sowie neue technologische Entwicklungen, die deutlich schneller umsetzbar, anpassungsfähiger und wirtschaftlich tragfähiger sein können als ein schienengebundenes System aus dem 19. Jahrhundert. 

Diese Anfrage ist ausdrücklich nicht als Affront zu verstehen. Sie ergibt sich aus der Sorge um den Wirtschaftsstandort, die Arbeitsplätze in der Region sowie die langfristige Entwicklung des Landkreises.

Die Fraktion der Freien Wähler im Kreistag bittet um eine Stellungnahme im Kreisausschuss/ Kreistag.

Mit freundlichen Grüßen

 Karsten Fischkal

Kreisvorsitzender Freie Wähler

Sprecher der FW Kreistagsfraktion