Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles


Nominierungs-
versammlung

des Kandidaten der Freien Wähler für den Stimmkreis 242 (ER+ERH) zur Bundestagswahl.

Donnerstag, 09.03.2017,

19.00 Uhr

Gashtaus Reck, Möhrendorf
(Oberndorf 7, 91096 Möhrendorf)


Seiteninhalt

Kreis: Politischer Aschermittwoch

Heringsessen statt Katerstimmung

Zünftig gins zu beim politischen Aschermittwoch 2017.
Stefan Mächtel, FW-Chef in Hemhofen, begrüßte die Gäste.
Ludwig Wahl, Bürgermeister in Röttenbach, referierte aus der Kreispolitik.
Christian Enz, Mitglied im Bundesfachausschuss Soziales, sprach zur Bundespolitik.
MdL Gabi Schmidt informierte aus dem Landtag.
Volles Haus bei der Ansprache von Gabi Schmidt aus Voggendorf.
Marla Saris karrikierte die Folgen des Demografischen Wandels.

HEMHOFEN (enz) – Seit Jahrzehnten bildet der Aschermittwoch in Bayern die Kulisse zu politischer Diskussion. Auch die Freien Wähler im Landkreis Erlangen-Höchstadt pflegten diese Tradition und trafen sich in Hemhofen zum Meinungsaustausch. Im vollbesetzten Sportheim wurde ein Bogen von kommunalen Herausforderungen bis in die Bundespolitik gespannt – abgerundet mit regionalem Kabarett und Heringsfilet.

Der FC Bayern hatte im Rahmen des DFB-Pokals gerade Schalke 04 zu Gast, da trafen sich die Kreis-Freien Wähler in der Sportgaststätte des TSV Hemhofen. Allerdings nicht, um in gemeinsamer Runde das Spiel zu verfolgen. „Deshalb freue ich mich besonders, dass so viele von ihnen unserer Einladung gefolgt sind“, betonte Stefan Mächtel. „Nachdem der politische Aschermittwoch wegen des Zugunglücks in Bad Aibling abgesagt werden musste, freut es uns doppelt, dass so viele Politikinteressierte Hering und Diskussion gegenüber Fußball den Vorzug geben“, so der FW-Ortsvorsitzende aus Hemhofen. In dieser Bewertung war er sich mit Ludwig Wahl einig. „Viele Mitglieder, darunter zahlreiche Bürgermeister und Ratsmitglieder sind heute da. Das zeigt die enge Verbindung zu den Menschen vor Ort, wie sie bei den Freien Wählern Tradition hat“, betonte der Röttenbacher Bürgermeister in Vertretung der Kreisvorstandschaft. Eine Erdung, die aus Sicht Wahls zunehmend an Bedeutung gewinnt. „Denn wir erleben momentan in der großen Politik einen Trump-Effekt.“ Statt auf sorgsam bewährten Fakten solide Politik zu betreiben, zähle nur noch das Recht des Stärkeren und Lauteren. „Da feiert sich die CSU in Passau mit gefühlten 10.000 Menschen selbst – obwohl in die Halle nur 4.500 Gäste passen. Währenddessen wähnt sich die SPD in der absoluten Mehrheit, weil in ihr Bierzelt ein paar Menschen mehr passen“, beklagte Wahl. Gleichzeitig hob er die gesellschaftliche Bedeutung der Freien Wähler hervor – die oft unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit mit guten Mehrheiten in Stadt- und Gemeinderäten für solide Politik eintreten.

Wer vor Ort gute Politik machen will, braucht Anbindung nach oben

Diesen Ball nahm Christian Enz auf. „Wer auch in Zukunft vor Ort gute Politik zum Wohl der Bürger machen will, braucht eine starke Anbindung nach oben“, so der FW-Experte für Generationengerechtigkeit. Damit stimmte er die Basis auf das Wahljahr 2017 ein. „Wer die Nachrichten verfolgt weiß, dass viele Menschen nach einer guten Alternative zu etablierten Parteien suchen“. Diese, so erläuterte Enz, könnten nur die Freien Wähler sein. „Wir stehen für sachorientierte, besonnene Politik – und haben die Erfahrung aus jahrzehntelanger, solider Kommunalpolitik“. Allerdings, so räumte der Koordinator des FW-Landesarbeitskreises für Sozial- und Familienpolitik ein, sei die Stimme der Freien Wähler in der Bundespolitik noch schwach. „Auf dieser Ebene sind wir ein Kind, das gerade laufen lernt. Nehmen Sie uns mit Ihrer Stimme an die Hand – denn wenn wir stark sind können wir in Zukunft für sie sorgen“, unterstrich Christian Enz.

„Auch ich unterstütze das Engagement der Freien Wähler auf Bundesebene voll und ganz“, betonte Gabi Schmidt. „Denn wir sind die wirkliche politische Mitte – und in der Mitte sitzt meistens auch der Verstand“, so die Voggendorfer Landtagsabgeordnete. Den vermisse sie, dies bedauerte Schmidt, in der parlamentarischen Arbeit zunehmend. „Oft wird von den Abgeordneten im Wahlkreis etwas versprochen und in München dann doch eine andere Position vertreten. Vieles wird gemacht weil es immer so war“. Deshalb riet die Landtagsabgeordnete, das Abstimmungsverhalten im Internet zu recherchieren. „Viele Abstimmungen sind namentlich. Konfrontieren sie die Mandatsträger vor Ort mit ihrem Verhalten“.

Gleiche Lebensbedingungen in Stadt und Land

Ein wesentliches Anliegen der Freien Wähler sind gleiche Lebensbedingungen in Stadt und Land. „Bei uns im ländlichen Raum ist die Infrastruktur kleinteilig und teuer“, erläuterte Schmidt. Dennoch würden Staatsgelder überwiegend in den Metropolen ausgegeben. „In München wurde schon in den 70er Jahren die U-Bahn mit Staatsgeldern finanziert. Jetzt wollen sie wieder enorme Summen zum Um- und Ausbau“, berichtete Gabi Schmidt. Und weil dort viele Wählerstimmen zu gewinnen seien, so die Abgeordnete, werden die Steuergelder dorthin umgelenkt. „Für Kläranlagen auf dem Land oder Projekte zur Nachverdichtung in schwach besiedelten Räumen ist dagegen kein Geld da“. Dies falle, wie Schmidt betonte, der breiten Bevölkerung allerdings kaum auf. „Denn kurz vor der Wahl kommen die Minister mit kleinen Schecks. Hier ein wenig schnelleres Internet, da eine neue Feuerwehrgarage – und alle klatschen Beifall“. Dabei, auch dies ließ Gabi Schmidt nicht unerwähnt, handele es sich nicht um Geld der Minister oder Parteien. „Das sind von uns erarbeitete Steuern. Da gibt es eigentlich nichts zu danken“.

Bei Hering und Pellkartoffel gab es anschließend Gelegenheit, die politischen Lageberichte zu diskutieren. Abgerundet wurde der politische Aschermittwoch in Hemhofen dann mit einem Auftritt der Herzogenauracher Kabarettistin Marla Saris. In Gestalt einer Altenheimbewohnerin sensibilisierte sie die Zuhörer für die Folgen des demografischen Wandels.